Gesamtvorstandssitzung 29.11.2014 - Verband der Kleingärtner

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Gesamtvorstandssitzung 29.11.2014

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Kurzbericht des Vorstandes zur Gesamtvorstandsitzung am 29.11.2014

Überall wo Menschen zusammenleben, arbeiten oder einem gemeinsamen Hobby nachgehen, braucht es auch Regeln. Als Regelung für das Kleingartenwesen ist das Bundeskleingartengesetz unumstritten. Basierend auf diesem Gesetz und einer gültigen Gartenordnung, die jeder Verein haben muss, sollten in allen  Kleingartenvereinen einheitliche Grundregeln gelten. Bei Übernahme eines Kleingartens muss dem neuen Pächter mit dem Pachtvertrag auch die Gartenordnung ausgehändigt werden,  damit er weiß, an welche Regelungen er sich zu halten hat. Viele Probleme im täglichen Miteinander der Gartenfreunde und damit Ursachen für die Inanspruchnahme des Rechtsschutzes können nicht über die Paragraphen des Unterpachtvertrages oder der Gartenordnung geregelt werden; sie gehören in den Bereich des menschlichen Miteinanders.

 

Wir empfehlen, bevor man sich wegen eines Konfliktes an den  Vorstand wendet oder sich in aller Öffentlichkeit beschwert (und hier kann bei oberflächlicher und schräger Diskussion der ganze Verein ernsthaft und dauerhaft Schaden nehmen) , erst einmal mit dem Anderen zu reden und eine friedliche Lösung des Problems suchen. Ein Hauptaugenmerk im zurückliegenden Zeitraum seit unserer letzten Gesamtvorstandssitzung haben wir, wie schon im Bericht des Vorstandes vom März diesen Jahres ausführlich beschrieben, auf die Öffentlichkeitsarbeit und internen Kommunikation gelegt. Dabei mussten wir feststellen, dass wir auf diesem Gebiet einen gewaltigen Nachholbedarf haben. Die Möglichkeiten sich zu präsentieren, die wir mit unserer Homepage bieten, wird immer noch viel zu wenig genutzt. Ich wiederhole hier unser Angebot: nutzt die von uns geschaffene Möglichkeit der Präsentation und Werbung für euren Verein, um gezielt auf uns Kleingärtner in der Börde aufmerksam machen. Aber auch wir, die Funktionsträger im geschäftsführenden Vorstand, sind nicht frei von Kritik in Sachen Öffentlichkeitsarbeit. Wir brauchen uns nicht neu erfinden aber wenn wir Gutes tun, sollten wir in aller Öffentlichkeit darüber reden. Unser Image und das Verständnis für das Kleingartenwesen in der Öffentlichkeit hängen nämlich davon ab, wie wir uns präsentieren. Hauptursache für den wachsenden Leerstand und der sich daraus für uns ergebenen Aufgaben ist der demografische Wandel, er verändert Deutschland,  das bekommen auch wir Kleingärtner zu spüren. Während in den Ballungsräumen die Wartelisten für einen Garten lang sind, stehen in anderen Landstrichen viele Gärten leer. Auf dem Bundeskleingärtnerkongress in Kassel war die Gestaltung dieses Wandels deshalb ein zentrales Thema. Die Forderung nach einer bedarfsgerechten Weiterentwicklung des Kleingartenwesens  wurde durch verschiedene Vorträge gestärkt. Neben Strategien für zukunftsfähige Kleingartenanlagen wurden beim Bundeskongress die Bedeutung des Kleingartenwesens und seine soziale Verantwortung besonders herausgestellt. Ein Kleingarten ist also mehr als nur Obst und Gemüse. Das Kleingartenwesen ist in den letzten 200 Jahren immer den gesellschaftlichen Entwicklungen gefolgt. Es hat sich weiter entwickelt und den Lebensumständen der Menschen angepasst. Vor 100 Jahren wollten viele Menschen ein Stück Land pachten, um Gemüse und Obst zur Versorgung der Familien anzubauen. Es gab mehr Bewerber, als zur Verfügung stehende Gartenflächen. Für die Menschen in den Städten, die ihren Lebensunterhalt in Fabriken bestritten, war der kleine Garten ein Stück Freiheit. Über die Reichspachtlandverordnung aus dem Jahr 1921 und dem Bundeskleigartengesetz  von 1983 haben sich die Kleingärtner eine Sicherheit in Bezug auf Pachtpreisobergrenze und Kündigungsschutz erkämpft. Probleme, die unsere Vorfahren vor 100 Jahren hatten, kennen wir heute so nicht mehr. Der Kleingarten ist heute ein Freizeitangebot unter vielen anderen. Unsere Vereine kämpfen zurzeit nicht darum neue Pachtflächen zu bekommen, sie kämpfen darum, die durch Generationswechsel und demographische Entwicklung entstehenden freien Gärten an Nachpächter zu vergeben um Ihre Anlagen zu erhalten. Wir Kleingärtner  können dieses Problem nicht aus eigener Kraft lösen. Wir sind auf die Unterstützung der regionalen Politik und Verwaltung angewiesen. Um die Unterstützung die wir dringend brauchen zu erhalten, müssen wir aber deutlich machen, wie wichtig Kleingärten und Kleingärtnervereine sind. Wir müssen überhaupt erst ein Problembewusstsein schaffen. Nur so können wir Verständnis und Unterstützung bei der Lösung unserer Probleme erwarten. Unsere Leistungen erbringen wir auch mit der aus unserer Sicht nicht ohne Grund anstehenden Schaffung einer Rücklage für an den Bedarf angepassten Rückbau und der damit verbundenen Neuordnung von Kleingartenanlagen in unserem Verband. Diese wichtige und Verbandserhaltene Maßnahme schließt eine Beitragserhöhung für unsere Vereine nicht mehr aus sondern unbedingt mit ein. Wir erwarten daraus für uns – oder erhoffen zumindest, dass damit die Akzeptanz des Kleingartenwesens in unserem Landkreis gewahrt wird oder gar zunimmt. Wir wollen die notwendige Umgestaltung des Kleingartenwesens auf breitere Schultern stellen. Das funktioniert aber nur, wenn wir als betroffene Vereine eigene Anstrengungen unternehmen, und unsere Sorgen mit Leerstand und damit verbundenen Rückbau oder unsere Freuden mit der Unterstützung für Veranstaltungen, Feste oder Verschönerung von Kleingartenanlagen zu einem machbaren Teil in die eigenen Hände nehmen.

Der Vorstand des Verbandes der Kleingärtner der Region Börde-Ohre e.V.

 
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